Da isser nun

Ein freundliches Ohayo Gozaimasu in die Runde.

Nein, keine Angst, ich will hier niemanden mit Fremdsprachen nerven. Weil ich diese Seite von Japan aus betreibe, liegt es nahe, den einen oder anderen Ausdruck zu benutzen. Macht der Gewohnheit, wie man so schön sagt. Um euch nicht im Dunkeln tappen zu lassen, "Ohayo Gozaimasu" bedeutet nichts anderes als "Guten Morgen". Hier scheint die Sonne und es sollen heute nur um die 24 Grad werden. Die Taifune der letzten Zeit, Nr. 17, Nr. 18 und Nr. 19, liegen hinter uns und bei dieser Gelegenheit wurde auch gleich der Himmel geputzt und strahlt nun wieder in sonnigem Azur. Schön. Das richtige Lesewetter. Womit ich die Brücke zum eigentlichen Thema doch wieder einmal genial hinbekommen habe, oder?

Ich bin ja nun auch bei Facebook und da herrscht gerade die Schwemme - an Postings zur letzten Buchmesse in Frankfurt. Das mag ja sicher eine interessante Veranstaltung gewesen sein, aber für meineneinen wäre das nichts. Ich bin definitiv kein Messetyp, weder als Aussteller noch als Besucher. Prrr, schon damals in Deutschland, als ich auf die CeBit musste, was für ein Grauen! Eingekreist von zigtausend anderen schiebt man sich von Stand zu Stand, hascht hier einen Blick auf, bekommt beim Vorbeiflitzen dort einen Kuli in die Hand gedrückt, vielleicht an der Tür eine Tüte, prall gefüllt mit Sachen, die keiner braucht und die dann, wie zum Beispiel in Facebook, anderweitig unter die Leute gebracht werden.

Es kann natürlich sein, dass ich eine andere Einstellung zu Büchern habe. Ich nehme die Dinger am liebsten in die Hand, pflanze mich in meine Liebslingssofaecke - was man dieser inzwischen anmerkt - und lese. Vielleicht eine Tasse Kaffee dazu, etwas Musik, mehr braucht man nicht. Und dann versuche ich mir vorzustellen, was man auf einer Buchmesse macht. Man sieht tausende von Büchern - aber sieht man die im Buchhandel nicht auch? Okay, man trifft vielleicht den einen oder anderen Autor, aber mal ehrlich, was bringt einem das? Und ich als kleiner Indie, auch SPler genannt, also Self Publisher, was soll ich da? Ist es nicht besser, sich dem Schreiben zu widmen anstatt dort rumzustehen? Wie gesagt, es kann sein, dass meine persönliche Einstellung nicht mit denen der Masse übereinstimmt, aber muss sie das? Ich persönlich suche mir die Bücher, die ich kaufen möchte, nicht nach dem Gesicht des Autors aus, ich lasse mich auch nur in den allerseltensten Fällen vom Aussehen des Covers leiten, weil ich dadurch schon eine Menge Müll gelesen habe. Und auch der Preis eines Buches spielt eine untergeordnete Rolle. Mich muss ein Titel ansprechen, der Covertext muss Interesse wecken und dann, last but not least, muss ein Buch die Leseprobe bestehen. Und da trennt sich endgültig die Spreu vom Weizen. Ich lese in die Bücher rein, muss sein, dafür ist es ein Buch, aber selten innerhalb der ersten 30 Seiten. Danach zeigt sich die Qualität eines Werkes. Warum?

Mit den ersten 20, 30 Seiten bewirbt sich ein Autor bei einem Verlag, sie sind also immer sorgfältig gearbeitet, passen hinten und vorn zusammen, packen einen, reißen mit, bringen es auf den Punkt. Und dann kommt die große Ernüchterung. Lektorat und Korrektorat hin oder her, die wahren Schnitzer in einem Buch findet man immer erst nach Seite 30, leider ist das meine Erfahrung. Und dabei ist es egal, ob es sich um Lieschen Müller im Slebstverlag oder die Größen im Schriftstellerhimmel handelt, was mir gerade wieder in einem Buch eines erfolgreichen deutschen Autors auffällt.

Nur, wenn ich auf der Messe in einem Buch lese und es mir gefällt, was mache ich dann? Titel aufschreiben, ISBN dazu und dann zurück nach Hause, entweder im Netz nachschauen oder in die nächste Buchhandlung düsen, suchen, kaufen und mitnehmen oder bestellen. Und dann sitzt man zu Hause in der Sofaecke, eine Tasse dazu und - der Reiz des Spontanen ist vorbei. Leider.


So, genug des Meckerns.

Ein Autorenkollege war so nett, mir sein aktuelles Buch zukommen zu lassen. Ich bin gerade dabei, es nach allen Regeln der Kunst auseinander zu nehmen. Nein, keine Angst, es wird keine Lose-Blatt-Sammlung. Aber es sind schon einige Dinge, die mir aufgefallen sind. Es wird sicher noch ein paar Tage dauern, bis ich durch bin. Dieses Buch zu lesen ist, und das ist einer der Krikpunkte, nicht wirklich einfach, obwohl es nicht schlecht geschrieben ist. Aber dazu werde ich mich dann später in aller Ausfürhlichkeit äußern. Und ich bitte zu beachten: ES IST MEINE SUBJEKTIVE MEINUNG!

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Kommentare: 1
  • #1

    Tester (Freitag, 17 Oktober 2014 16:28)

    Dies ist ein Test zur Sicherstellung der Funktionsweise!