So, nun mal Butter bei die Fische

Meine Erlebnisse im Social Network

Katharine C. Wolters

 

Print

ISBN-10: 1502877120

ISBN-13: 978-1502877123

s/w-Print 5,90 Euro

farbige Printausgabe für Liebhaber 17,00 Euro (ISBN leider nicht bekannt, Preisangabe lt. Mitteilung der Autorin)

ebook

ASIN: B00OKGDMVE Ebook 3,99 Euro

 

Ich hatte das Vergnügen, das Buch „Meine Erlebnisse im Social Network“ von Katharine C. Wolters lesen zu dürfen. Sie selbst nennt es „Autobiographische Erzählung“. Ich weiß nicht, wie ich es nennen soll. Warum? Nun, darum soll es ja hier gehen.

 

Ich bin durch die Werbestrategie in Facebook, die von der Autorin in meinen Augen fast schon zu aggressiv vorgetragen wurde, auf das Buch aufmerksam geworden. Immerhin versprach Katharine C. Wolters eine Menge.

Zitat aus einer FB-Werbung: "Macht euch auf Überraschungen gefasst."

 

Oder: "Mit diesem Debüt-Roman wird euch ein Licht aufgehen!"

 

Oder auch: "Mensch - so viele schöne Bücher die ich alle teile und euch empfehle und woooooooo ist meines? Achsoooooooo geht ja nicht - ist noch nicht da"

 

Und das sind nur einige Beispiele.

 

Wie gesagt, ich wurde also neugierig und war happy, dass das ebook auch bei Amazon.co.jp veröffentlicht wurde. Und schwupp war es auf meinem iPad. Wozu hat man das Teil sonst?

 

Wenn es nur nach dem Cover gegangen wäre, ich hätte mir das Buch NICHT, ich wiederhole: NICHT gekauft. Es ist eine tolle Grafik, aber die dargestellte Person erinnert mich an eine deutsche Politikerin, die ich in etwa so mag wie andere ein Speiseröhrenkarzinom. Allein das wäre für mich ein Grund, das Buch nicht zu kaufen. Aber okay, das sieht jeder anders.

 

Und schon stand ich vor dem ersten Problem: Angekündigt war das Buch als Roman, laut Information im Produkt selbst ist es eine autobiografische Erzählung. Ich persönlich kann mich weder für das eine noch für das andere Genre oder Format erwärmen. Ein Roman ist es definitiv nicht. Es ist auch keine Erzählung im Sinne des Wortes, denn es handelt sich um eine Sammlung kleiner Episoden eines Lebens im Internet, besonders in Facebook. Beim Lesen dann fiel mir noch etwas auf, was meine erste Meinung über die Art des Werkes gewaltig ins Wanken brachte. Mehr als 1/3 des Buches, genauer gesagt 46 von 123 Seiten im PDF-Format, 123 Seiten inklusive Deckblatt und Impressum, sind mit Gedichten und Geschichten von anderen Autoren gestaltet. Man könnte also durchaus sagen, es handelt sich um einen Werbekatalog mit ausführlichen Textproben einzelner, hier nicht näher genannter Autoren.

 

Leider musste ich für mich feststellen, dass die Autorin in ihrer Werbung mehr versprochen hat, als sie dann mit dem Werk halten konnte. Mir ist kein Licht aufgegangen und mir sind auch keine Schuppen von den Augen gefallen. Solche Episoden hatte wohl mehr oder weniger jeder, der sich im Social Network bewegt.

 

Nun aber mal zum Text selbst.

 

Das Buch liest sich flott und locker. Da es recht klein ist, kann man es in einem Rutsch weglesen. Ich gebe zu, ich habe die Werke der anderen Autoren bewusst NICHT gelesen, denn es geht ja um den Text, den Katharine C. Wolters selbst geschrieben hat.

Man erfährt viel über die Autorin selbst und auch über ihre Irrwege im Internet. Und mal ganz ehrlich, wer hat solche Erfahrungen nicht gemacht. Und genau das war der Punkt, der mich ja zum Kauf verleitet hat. Inwieweit stimmen meine Erfahrungen mit denen der Autorin überein? Hat man ähnliches erlebt? Gibt es gemeinsame Bekannte? Fragen über Fragen – und doch nur wenige Antworten. Nach den schon auf dem Cover angekündigten „kuriosen“ und „humorvollen“ Stellen habe ich leider vergeblich suchen müssen. Aber – nicht jeder versteht Humor gleich. Ich will, kann und werde nicht ausschließen, dass ich den Humor und das Kuriose in den Geschichten einfach überlesen habe.

In der von mir gekauften Version waren noch einige Fehler enthalten, die aber nach Angaben der Autorin inzwischen beseitigt sein sollen. In der mir vorliegenden, neuen PDF-Version sind aber viele der Fehler noch enthalten. Besonders negativ fallen die nicht immer eindeutig gekennzeichneten Enden der Beiträge anderer Autoren auf.

Zum anderen verweist das Inhaltsverzeichnis in der aktuell bei Amazon eingestellten Version, zu sehen über „Blick ins Buch“ noch immer auf Kapitel, die es nicht gibt. Es wird zum Beispiel genannt: Kapitel 1, aber im Buch selbst gibt es kein „Kapitel 1“, das heißt nämlich „1. Meine Erlebnisse im Social Network“. An dieser Stelle sollte die Autorin noch einmal ordentlich nacharbeiten. Die verschiedentlich vorhandenen Schreibfehler, insgesamt sind mir drei aufgefallen, kann man übergehen, sie stören den Lesefluss nicht.

In einigen der Episoden hätte ich mir etwas mehr Ausführlichkeit gewünscht, aber die Autorin schreibt nicht für mich, sondern für alle Leser.

Wenden wir uns ganz zum Schluss nach einem wichtigem Thema zu, dem Preis.

In Amazon.de wird das Buch mit 124 Printseiten ausgewiesen. Dafür erscheinen 5,90 Euro angebracht, aber 3,99 Euro für das ebook erscheinen mir dann aber doch zu teuer. weniger, weil es ein Debüt-Werk ist, sondern weil andere Autoren ihre Werke, die teilweise die dreifache Seitenzahl haben, deutlich preiswerter anbieten. Da passen Preis und Leistung meines Erachtens nach nicht optimal zusammen.

 

Fazit:

 

Wie auch immer man das Buch „Meine Erlebnisse im Social Network“ von Katharine C. Wolters auch sehen mag, mir hat das Lesen viel Spaß gemacht und ich bin froh, der erste Käufer in Japan gewesen zu sein. Das Lesen hat mir die Fahrt zur und von der Arbeit angenehm gestaltet und ich werde es auch nicht vom iPad löschen. Im Gegenteil, wenn es die Printwersion auch über Amazon.co.jp gibt, dann werde ich es in der Printform kaufen, versprochen!

Alles in Allem ein gelungenes Debüt mit den üblichen Kinderkrankheiten, die wir Autoren sicher alle gemacht haben. Kein Mensch ist perfekt.

Ich bin froh, dass ich von mir sagen darf, in der Freundesliste der Autoren zu stehen. Trotzdem hat dieses Buch den Sprung in meine Empfehlungen verfehlt, wenn auch nur äußerst knapp.

Andere werden das sicher anders sehen, aber es geht hier um meine Meinung. Und wenn mich die Autorin nun aus der Freundesliste werfen sollte, nun ja, dieses Risiko muss man eingehen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Katharina C.Wolters (Dienstag, 21 Oktober 2014 15:23)

    Vielen Dank Ralf für Deine Beurteilung. Wenn ich mit deiner Meinung nach zu agressiver Werbung deine Neugier erweckt habe, dann habe ich mit meinem Debüt-Roman schon mal mehr erreicht, als andere Autorinnen. Deshalb sehe ich das schon mal als Erfolg an.
    Es handelt sich um einen authentischen Erfahrungsbericht, habe ich dann nachträglich noch geändert im Ebook und der Printausgabe. Auch alle anderen "Geburtsfehler" sind inzwischen bereinigt. Zu meiner Verteidigung, teile ich dir mit, dass es eine "Sturzgeburt", verursacht durch meine Ungeduld, war.
    Zum Preis, 17 Euro für das farbige Buch, welchen ja Amazon bestimmt und nicht ich, hast du Recht, das ist eindeutig zu viel und nur für Liebhaber und für mich selbst gedacht.
    Der Preis 5,90 für das Buch in schwarz-weiss Druck halte ich persönlich für annehmbar.
    Du sprichst von Peis-Leistungsverhältnis. Was habe ich geleistet? 123 Seiten geschrieben, überarbeitet, lektorieren lassen, nochmal überarbeitet, veröffentlicht, erneut überarbeitet. Das alles in einem Zeitraum von 4 Monaten. In diesen 4 Monaten, habe ich mich mit vielen Autoren angefreundet und erreicht von einigen die Zustimmung zur Veröffentlichung für Beiträge in meinem Buch zu erhalten. Ich denke, ich habe schon ein bisschen etwas geleistet.
    Du hattest Spass beim Lesen und freust dich immer noch, in meiner Freundschaftsliste zu sein. Das freut mich und dort wirst du auch bleiben. Vielen Dank noch einmal, für die offenen Worte.
    Katharine C. Wolters.