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Wie heißt es immer so schön: Ladies first!

Und so möchte ich euch heute als erstes Buch den Thriller "Operation Castus" von Ilona Bulazel empfehlen.


Operation Castus

Ilona Bulazel

ISBN Print 978-1497324152

ASIN E-Book Amazon  B00IDI70R2

 

Ich habe das Buch leider nicht als Papierbuch lesen können, sondern nur als E-Book, und da liest sich ja bekanntlich manches anders als auf Papier., Ich kann nichts dafür., ich bin ein kritischer Leser.

Aber unabhängig davon - was es auf diese Unterseite geschafft hat, das empfehle ich aus tiefster Überzeugung auch anderen Lesern.

 

Auf dieses Buch bin ich in Facebook aufmerksam geworden, habe mir dann die Rezensionen bei Amazon angesehen und ich kam dann zu dem Entschluss, mir ein eigenes Urteil zu bilden. Hier ist es:

 

Gestaltung:

Das Buch hat ein ansprechendes Cover, das hervorragend zum Inhalt passt und neugierig macht. Aufgeteilt in gefällige Kapitel hat es eine Besonderheit: zwei Themen zum Preis von einem. GENIAL!

Das Buch selbst besticht in meinen Augen durch seine Rasanz, aber auch durch seinen Bezug zur leider wieder zunehmenden Aktualität im Hier und Heute, gerade was das Aufkommen der braunen Gedanken angeht.

 

Ganz kurz zur Handlung:

Das Buch beginnt mit mehreren Explosionen auf dem fiktiven "Europaflughafen bei Mainz". Gleich hier lernt man Linda kennen, die den Leser wie ein zweiter roter Faden durch das Buch begleitet. Daneben lernen wir Peter Kromus und Thabo Zuma kennen, die im Buch eine tragende Rolle spielen.

Bei den Ermittlungen zur Ursache der Explosion auf dem Flughafen kommen unsere Helden in verschiedene Länder auf verschiedenen Kontinten, von der eiskalten Antarktis bis in die heiße Wüste Südafrikas. Polen ist ein weiterer Schauplatz, ebenso Deutschland.

Es gibt die übliche Love-Story, die sich aber harmonisch einfügt. Sie ist, im Gegensatz zu vielen anderen Büchern, in denen die Handlung zur Liebesgeschichte passend geschnitzt wird, Teil des Geschehens selbst, fügt sich harmonisch ein. Wie jetzt? Wieso wollt ihr denn schon das Ende wissen? Selber lesen macht schlau!

 

Was ist mir positiv aufgefallen?

Wie gesagt, zum einen ist es die Rasanz, das flotte Erzähltempo, das einen von der ersten Seite an mitnimmt und nicht wieder loslässt.

Ich finde es auch sehr gelungen, dass die Kapitel mit Tagebucheintragungen beginnen. Nimmt man diese zusammen, ergeben sie in sich wieder einen Sinn und eine weitere Handlung, auf die aber die aktuelle Handlung basiert. Man wird mitgerissen und kann die nächste Wendung kaum erwarten. Sehr geschickt gemacht. Während die Tagebucheintragungen relativ große Zeitsprünge aufweisen, was dem Ganzen eine gewisse Dynamik gibt, wird die Haupthandlung kontinuierlich weiter geführt. Am Ende passt alles hervorragend zusammen. Es ist wie ein Y, das man auf den Kopf gestellt hat.

Ich finde es auch einen geschickten Schachzug, den Leser über ein Detail bis fast ans Ende im Unklaren zu lassen. Mir ging es beim Lesen so, dass ich diesem Detail zwar eine Bedeutung beigemessen habe, aber auf den wirklichen Grund noch nicht mal ansatzweise gekommen bin. DAS nenne ich mal sauber gearbeitet.

Besonders beeindruckt bin ich aber von Linda, einer kleinen, an und für sich unscheinbaren Figur. Aber - sie begleitet den Leser durch das ganze Buch wie ein zweiter, überaus geschickt gelegter, roter Faden. Ihr Anteil ist nicht groß, aber überaus wichtig zum Verstehen des Ganzen. Das ist der Autorin wirklich echt gut gelungen, Hut ab!

 

Okay, jede Seite hat zwei Seiten. Und so kommen hier nun die Dinge, die mir negativ aufgefallen sind:

Ich bin Realist, vielleicht auch viel zu sehr. Leider löst sich das Rätsel der Explosionen, wie soll ich sagen, in einer Situation auf, die zu sehr an den Haaren herbei gezogen wirkt. STOPP! Nichts gegen Computer, aber muss es denn wirklich die technische Umsetzung einer parapsychologischen Fähigkeit sein? Und - warum muss das Buch auf den letzten Seiten einen Touch zur Fantasy und Mysterie bekommen?

Was mich aber am meisten gestört hat, das sind die vielen kleinen, schlecht lekorierten Einschübe, die zwar erklären sollen, den Lesefluss dabei aber gehörig unterbrechen. Beispiel: "So konnte man, durch einen schnellen Blick in den Rechner, feststellen, wer gerade in welcher Besprechung oder außer Haus war." (E-Book, Position 2606, Kapitel 9) Hier einfach die beiden von mir fett geschriebenen und rot markierten Kommas weglassen und es wird flüssiger. Ein anderes Beispiel: "'Weder um ein junges Mädchen, mitten in der Nacht, am Tor abzuholen, noch um einer Explosion beizuwohnen'"(E-Book, Position 2609, Kapitel 8). Auch hier sind in meinen Augen zwei Kommas zuviel.

 

Fazit:

Ilona Bulazels "Operation Castus" ist für mich, trotz der oben genannten Einschränkungen, ein Buch, das sich auf jeden Fall zu lesen lohnt.

Klasse geschrieben, in gefällige Kapitel aufgeteilt, bekommt man quasi zwei Themen zum Preis von einem.

Auf einer Skala von 0 (grottenschlecht) bis 10 (ohne Fehl und Tadel) bekommt dieses Buch eine 8,5, wegen der obigen negativen Punkte. Ein anderer mag das anders sehen, es ist meine Meinung.

 

 


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